Eins mit allem
Eins mit allem, das sind wir,
mein Atem ist wie der Deine in diesem Universum.
Du bist Pferd, ich Mensch,
aber in unseren Körpern schlagen zwei Herzen, die sich gleichen,
zwei Herzen, die Gefühle kennen,
zwei Herzen, die vor Angst fliehen,
zwei Herzen, die feiern, sich verstecken, sich wundern.
Anscheinend sprechen wir die gleiche Sprache,
meine Worte zwar machen Krach,
Deine kennen das Geräusch der Stille,
aber wenn wir uns treffen, können wir kommunizieren,
indem wir uns in die Augen schauen -
in Anwesenheit einer Kraft, die uns vereint: die Liebe.
Zusammen mit dir lerne ich, zuzuhören und zu sehen,
ich werde mit jeder Deiner Bewegungen bewusst,
und jeder Deiner Atemzüge hat eine tiefe Bedeutung,
sie alle beschützen mich, sie warnen mich, sie sprechen zu mir, sie beschenken mich.
Es braucht nur eine Fliege, um Deinen Mantel zu Zittern zu bringen,
es reicht ein Krümel von Sanftheit,
um deinen mächtigen Körper zu bewegen...
... aber das hat der Mensch noch nicht verstanden.
Pferd, du lehrst mich,
zusammen mit Dir finde ich diese mystische Welt wieder,
die aus kleinen Zeichen besteht,
diese Welt, die den Respekt nicht vergisst
und das Mitgefühl,
diese Welt, die sich vor der Weisheit beugt,
die die Stärke erkennt,
die Vergebung akzeptiert,
diese Welt, die Platz lässt für die Neugierde,
die sich der Wahrheit öffnet,
dem Instinkt zuhört.
Pferd, ich verspreche Dir, von jetzt an
schaue ich auf jedes Deiner - auch kleinsten - Signale.
Deine Nüstern, Deine Ohren, Dein Schweif,
Deine Lider, Dein Maul -
jeder Teil von Dir wird zu einem Wort für mich.
von: Fiorinda Pedone
Montag, 26. März 2012
Eins mit allem ...
Wurde auf Facebook geteilt:
Labels:
Gedanken,
Worum es hier geht
| Reaktionen: |
Samstag, 17. März 2012
Fröhlicher Kaltbluthengst Vertigo
Es sind die kleinen, besonderen Momente im Leben und im Sein mit den Pferden ... und wenn man gerade eine Kamera dabeihat und noch ein so tolles Frühlingswetter ist, dann kann man dank der heutigen Technik, diesen Moment mit der Welt teilen.
Vertigo ist einfach voller Lebensfreude. Es waren kurze Augenblicke, wo er sich mir zeigen wollte und wo er meine Energie aufnahm und ich seine. Dabei geht es nie um Perfektion sondern um Sein - und ums Geschehenlassen (das ist nicht immer einfach für uns Menschen) - und er war einfach froh, mich nach der Woche wiederzusehen.
Video:
Ausklang:
| Reaktionen: |
Donnerstag, 2. Februar 2012
Das Pferd als Accessoire
Woran für mich noch vieles im heutigen Umgang mit Pferden und auch Tieren im Allgemeinen krankt, ist, dass diese so häufig zwar als wichtig formuliert werden, letztlich aber doch nur als zusätzliches Accessoire für die eigene Selbstdarstellung dienen. Das ist jetzt ein kurzer Satz für ein eigentlich langes Thema, welches vor allem nicht einfach zu erörtern ist.
Ein geliebtes Zubehör zu sein ist nämlich nicht zwingend etwas Schlechtes. Man denkt zuerst an das Extrem: der Yorkshire-Terrier im rosa Tüllkleid. Aber das muss ja nicht die Regel sein und wenn wir unser Betüddeln des Lieblinges dafür einsetzen, dass er hochwertiges und gesundes Futter bekommt und ansonsten artgerecht umsorgt wird, dann ist das sicher das Letzte, was es schlecht zu machen gilt.
![]() |
| Quelle: thellmannphotography |
Bei Pferden gibt es da aber noch einen ganz anderen Aspekt. Anekdote: Bei mir im Ort gibt es eine Schneiderin, welche in gehobeneren Kreisen unterwegs ist. Für sie waren Reitklamotten nicht unbedingt das, womit man sich in der Öffentlichkeit präsentieren konnte. Deshalb entwarf sie eine Marke von teuren Damenhosenröcken, mit welchen sich reiten lässt und gleichzeitig elegant feminin in edelsten Materialien gekleidet bleibt.
Bis ich diesen Zusammenhang verstanden hatte, verging für mich einige Zeit, denn seltenst würde ich in einem Outfit für über 1000 € zu meinem Pferd gehen, nicht, weil es das nicht wert ist, sondern weil ich gar kein Bedürfnis habe, irgendein Kostüm zum Reiten anzuziehen - das ist natürlich etwas persönliches und ich finde es auch toll, wenn man Wert auf sein Äußeres legt, aber in mir fing es natürlich an, nachzudenken.
Wenn wir unseren Blick so auf äußere Schönheit richten können, viele Euros ausgeben, für das richtige Outfit, schöne Zaumzeug und das Pferd mit der langen Lockenmähne, warum haben wir dann keinerlei Wahrnehmung dafür, dass die meisten Pferde die wir so geritten sehen ein todtraurigen Blick haben und ihre Künste gedrückt und gezügelt vollführen?
Ich habe einzelne, ganz einfache Personen erlebt, die einen unglaublich innigen Moment hatten mit ihrem Pferd und das strahlen ihrer beiden Gesichter war so schön, dass es den gesamten Tag erhellte.
![]() |
| Lachende Pferde - Lachende Menschen; ganz ohne Kostüm ;-) (mit Genehmigung von Sabine Birmann) |
Anderntags diskutiere ich dann mit jemandem, der gerade seine Reithose plus Putzzeug in hellblau gekauft hat, aber das Pferd steht schlecht gefüttert auf dem Paddock und die Person (fiktiv) traut sich ihr Pferd noch nichteinmal sinnvoll zu führen und schwärmt vom Schimmel mit der langen Mähne.
![]() |
| Quelle: Stephanie92 von gegen-bilderklau |
Es muss der Friese, Tinker, Araber, Andalusier, Isländer sein und wenn dieser nicht funktioniert, dann ist man wirklich frustriert. Pferde, die sich aber auf diese Weise benutzen lassen, sehen so unglaublich traurig aus. Manche freilich, fühlen sich gefeiert und mögen es, sich zu präsentieren, können aber auch nie ihr eigenes Wesen zeigen.
Da sind dann Shows auf den Pferdemessen mit Pferden zwischen Flammen, mit Ritterrüstungen und vollführen irgendwelche noch extravaganteren Übungen. Das Pferdegesicht wird aber meistens bereits ausgeblendet und man sieht nur ein schäumendes Maul hinter der Kandare ... was bitte ist daran noch wirklich schön???
Labels:
Gedanken,
Ich,
Moderne Reiterei,
Pferdetraining,
Reiten
| Reaktionen: |
Montag, 30. Januar 2012
Pferde lernen durch Nachahmung
Heute mal eine tolle Fotostrecke von einem Kurs welche mir Sabine Birmann freundlicherweise vor einiger Zeit zur Verfügung gestellt hat. Ich finde sie wunderschön!
Marius und Schwarzwälder-Stute Dunia
Mit einem Cavaletti wurde eine Gasse auf dem Hufschlag gebaut und eine Plastiktüte hineingelegt. Marius macht es vor und geht durch die Gasse. Stute Dunia schaut aufmerksam zu und denkt nach.
Nun ist sie an der Reihe. Marius macht nur etwas Energie und bleibt ansonsten neutral. Dunia steht in der Gasse und denkt offensichtlich intensiv über die Situation und die Aufgabe nach. Sie hat verstanden, worum es geht.
Zögerlich geht sie dann doch drüber. Das geschieht aus ihrem eigenen freien Willen.
Marius macht es wieder vor und joggt diesmal über die Plane. So wird Schritt für Schritt der Schwierigkeitsgrad gesteigert.
Schließlich wird sogar mit einer Querstange ein kleiner Sprung aufgebaut. Dunia darf die ganze Zeit zusehen, wie Marius ihr vormacht, wie die Aufgabe zu bewältigen ist
Jetzt überwindet sich die 18jährige Stute und springt elegant über die Stange mit der darunterliegenden Plane. Sie ahmt das Verhalten ihres Besitzers nach, denn so lernen Tiere (und auch Menschen) in aller Regel.
Wir können festhalten, dass ein Pferd bereit ist, aus freiem Willen über seine Angst oder Skepsis hinauszugehen und auf diese Weise zu lernen - in seinem ganz eigenen Rhythmus. Für die Stute ist das eine Abwechslung und sie liebt es, auf diese Weise im Zusammensein mit ihrem Besitzer neue und spannende Sachen zu erleben.
Labels:
Fotos,
Fun,
Kurs,
Sabine Birmann,
Worum es hier geht
| Reaktionen: |
Sonntag, 15. Januar 2012
B wie Bindung - ein Junge und ein Pferd
Eigentlich wollte ich kein hierarchisches A-Z Register erstellen, aber es bietet sich zur Zeit einfach an. :) Hier mal ein Post für all diejenigen, die nicht immer einen Roman lesen wollen, sondern sehen, fühlen und sich berühren lassen wollen. Ich stelle euch hier Joel vor, der frei mit seiner 4jährigen Trakehnerstute Hayet auf der Wiese arbeitet - ein neues Video:
Was ist Bindung?
Ist es dieses unsichtbare Band, welches die Stute um den Jungen tanzen lässt, ohne Sinn, nur um mit ihm zu sein, sich ihm zu zeigen in all ihrer Schönheit? Hat es etwas damit zu tun, gemeinsam einen Weg zu gehen und Dinge zu erreichen, die unglaublich sind? Oder ist es nur das Sein im Moment, in uns ruhen, voller Vertrauen, Liebe, Energie und gleichzeitiger Hingabe?
Was wir in diesem Video sehen und spüren und auch in den anderen Videos die ich auf diesem Blog bereits vorstellte, geht weit über eine Dressur hinaus; hier begegnen sich Lebenwesen in allem was sie sind. Und sie begegnen sich nicht nur, sie entscheiden sich, etwas Gemeinsames zu tun im Respekt für den anderen und im Wissen um den freien Willen und Ausdruck. Man könnte es Kunst nennen - sicherlich frei von perfektionistischer Harmonie - die Gegenwart gemeinsam erleben und neugierig entdecken.
Das Pferd zeigt es uns wie kein anderes Wesen, dadurch dass es uns auf seinem Rücken reiten lässt: gemeinsam können wir Orte erreichen, die sonst in ewiger Ferne liegen würden.
Nochmal Joel und Hayet beim Ausritt in der Gruppe:
Bilder mit freundlicher Genehmigung von Sabine Birmann.
Labels:
A-Z,
Filme,
Gedanken,
Sabine Birmann
| Reaktionen: |
Abonnieren
Posts (Atom)










