Dienstag, 12. Juni 2018

Being with Horses ...

Titi 2008: kaum Ausstrahlung im Vergleich
10 Jahre ist es nun her, dass ich das Buch "Mit Pferden sein ... der gemeinsame Weg zu einer außergewöhnlichen Verbindung" las und ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass, obwohl ich mich schon für recht firm in der Pferdewelt hielt, mir auf völlig neue Art und Weise die Augen für die Pferde geöffnet wurden.

Meine Büchersammlung war voll von allen alternativen Pferdetrainern: Linda Tellington-Jones, K. F. Hempfling, Pat Parelli, Nevzorov, Monty Roberts, Franco Gorgi sowie den gängigen Reitlehren der (französischen) FN. Im Nachhinein sehe ich heute, dass ich zwar vielleicht mehr wusste, als Personen, die gerade erst mit einer Pferdearbeit anfingen, aber insgesamt ziemlich verloren war. 

Mein größter Wunsch war ein "richtiges" Pferd zum Reiten. Mit dem Shettyhengst Titi unserer Familie hatte ich eine gute Beziehung, aber (weil ich ihn nicht erkannte und nervte wie ich heute weiß) sie steckte fest und ich begann zu glauben, dass man ein Pferd eben reiten muss und deswegen nichts
Nur ein Jahr später nach einem Kurs: er blüht auf!
weiterging.

Welch ein Weg sollte nach der Lektüre dieses Buches für mich beginnen ...

Vorgestern Nacht war es dann soweit: das Buch erschien inüberarbeiteter Auflage als Ebook übersetzt auf Englisch - bald soll die Druckversion folgen ...

Ich kann es noch gar nicht fassen, auch nicht, dass ich heute hier sitze und an diesem wunderbaren Buch arbeiten durfte.

Wie die Zeit vergeht! Ich lege das Buch wirklich jedem ans Herzen! 

Mit Pferden sein ... das ist wirklich etwas ganz anderes, als eine neue Methode, eine neue Technik: es holt uns in der Realität ab - mit ihrer Schönheit, aber auch den Dingen, die wir uns gerne schönreden oder lieber nicht sehen wollen. Sind wir aber bereit uns zu öffnen und uns auch unseren "wunden Punkten" zu stellen, zeigt sich das Sein mit dem Pferd und in der Natur im Allgemeinen von seiner wunderbarsten Seite und Dinge werden möglich, die man sich nicht mal im Traum hätte ausmalen können.


Das Buch kann bestellt werden auf: www.ippikon.de sowie auf der Englischen Website: www.beingwithhorses.eu Es hat 176 Seiten und ca. 390 Fotos. Preis PDF Ebook: 29,90 € Preis Printversion: 39,90 € Being with Horses ... The mutual way to an extraordinary connection by Sabine Birmann 

Freitag, 18. Mai 2018

Passend zum Muttertag letzte Woche habe ich einen kleinen Clip über das Leben auf unserem Hof zusammengestellt. Glückwünsche an alle Mütter! Und auch an unser aller Mutter: der Mutter Erde, deren Wunder und Großzügigkeit so überwältigend sind.
Mit Pferden sein ... hat mich so vieles gelehrt, mir einen ganz anderen, tieferen Blick auf die Gesamtheit des Lebens und des "Seins" vermittelt. Ich nehme Dinge wahr die ich früher für selbstverständlich hielt. Das zu schreiben ist der Grund, warum ich meinen Clip auch auf diesem Blog poste. Mit Pferden sein ... ist so viel mehr als die bloße Technik des Umgangs mit dem Pferd, so viel mehr als das reine Wissen, die schöne Bodenarbeit oder das Reiten mit Pads. Selbst wenn wir uns nur auf die Pferde fokussieren, so ist diese Philosophie doch unglaublich viel Umfassender als ein Pferd zu "arbeiten".
Letztes Jahr fiel die Entscheidung für den Kauf unseres Hauses, welches wir zum rechten Zeitpunkt fanden, als wir bereit waren für diesen Schritt. Wir sind in dieses Abenteuer nicht gegangen um uns zu bereichern oder etwas unseren Stempel aufzudrücken, sondern alles entstand aus der Notwendigkeit des Moments - dann flossen die Energien wie von selbst, alle Schwierigkeiten und Zweifel wurden wie von einer größeren Kraft einfach überflügelt - so lange unsere Bereitschaft da war, hinzuschauen und zu handeln, wo es nötig war. Wenn ich heute morgens bei meinen Pferden draußen bin, bin ich so unglaublich berührt und dankbar für alles und dann plötzlich entdecke ich wieder etwas neues oder es entsteht spontan ein besonderer Moment.Dieses Gefühl versuchte ich in meinem Clip festzuhalten. Diese wunderbaren Augenblicke, ob es die Pferde sind, die über die Wiese donnern, oder der Fund einer unscheinbaren Knospe, die sich als Pfingstrose entpuppte, empfinde ich als Geschenk und geben all der Arbeit und dem Leben im Allgemeinen einen tieferen Sinn.Danke an dieser Stelle Meine eigene Mutter hätte am Montag ihren 56. Geburtag gefeiert - ich denke sehr oft an sie.LGJaana



Freitag, 26. Mai 2017

Mein "bestes Pferd der Welt" ...


... wenn man gemeinsam wachsen und sich entwickeln darf - wenn es Höhen und Tiefen geben darf - wenn es intensive Momente geben darf und auch solche, wo vielleicht nicht so viel möglich ist - wenn ich sein kann wie ich bin, genauso wie ich in diesem Moment eben bin, anders kann ich gar nicht sein - es geht nicht um das Erreichen von Zielen, nicht um das erfüllen von Vorstellungen - sondern um's Sein in diesem Moment, in diesem Leben - und genauso bist Du wie Du bist und ich freue mich, wenn Du das zeigst und bin immer wieder überwältigt - dankbar für jeden Moment - für den Augenblick wo ein spontaner Tanz entsteht, (fast  ) ohne Wollen und ohne Erwartungen ... ohne Anspruch auf Perfektion aber im Wahrnehmen und in gegenseitiger Ehrlichkeit - locker, leicht ... ein unglaubliches Gefühl ... Danke

Mittwoch, 1. Februar 2017

Mit Pferden sein ... das Leben ist einmalig ...

... so heißt das neue Buch von Sabine Birmann welches unter anderem der Grund ist, warum ich seit einem halben Jahr keinen neuen Eintrag hier verfasst habe. Auch für das 3. ihrer Bücher hatte ich die Ehre das Layout machen zu dürfen. Deswegen möchte ich es nun endlich auch hier auf dem Blog präsentieren:

Mit Pferden sein ... das Leben ist einmalig

Gerade ausgepackt
von Sabine Birmann (Erschienen 23. Januar 2017) Hardcover; 232 Seiten; ISBN: 9783981471175 Preis: 39,90 € inkl. MwSt.

Klappentext:
Pferde begleiten uns, oft unbemerkt, auch heute noch durch das ganze Leben. Auf der Nachbarweide, im Fernsehen, der Reitschule im Ort oder auf den Koppeln neben der Autobahn können wir sie betrachten, gleichgültig an Ihnen vorüber fahren oder ihnen mit Interesse begegnen. Der Besitz eines Pferdes ist nicht mehr wie früher nur etwas für wohlhabende, reiche Menschen, sondern auch für den Normalbürger erschwinglich geworden. Reitunterricht, Voltigieren, Reiterferien oder Workshops bei diversen Pferdeflüsterern werden heutzutage an jeder Ecke angeboten. Doch wer nimmt schon wahr, wie es den Pferden dort auf den zahlreichen Shows, in den Reitschulen oder auf den Dressur- und Arbeitsplätzen ergeht? Wer hat sich einmal gefragt, was es für ein Pferd bedeutet, mit uns Menschen zusammen zu sein, ausgeliefert im Guten aber auch  im Bösen. Pferde sind hochsoziale Lebewesen, die mit uns ständig kommunizieren. Pferde haben Gefühle, so wie wir. Pferde können Freundschaften schließen, Trauer empfinden und Liebe, so wie wir. Pferde empfinden Mitgefühl, Zuneigung, aber genauso seelische Schmerzen, so wie wir. Sie leiden, sie lieben, sie leben, so wie wir. Halten Sie einen Moment inne und lesen – von den glücklichen aber auch nicht so glücklichen Pferden in diesem Buch. Öffnen Sie Ihre Tür für eine feinere Wahrnehmung, einer wahrhaftigen,  gegenseitigen Kommunikation, jenseits von Methoden und Dogmen, zu einem Lebewesen, das Sie Vieles lehren kann. Unser Leben und das des Pferdes sind etwas Einmaliges. Gehen wir damit ehrfürchtig um.


Für mich ist es wieder ein unglaubliches Gefühl, das fertige Buch in den Händen zu halten. Sechs Monate habe ich Tag für Tag daran gearbeitet, zusammen mit Sabine Birmann selbst und ihren Mitarbeitern und Korrekturlesern.

Auch freut es mich sehr, dass all die Texte nun veröffentlicht sind und ich hoffe, dass so mancher zum Nachdenken angeregt wird, über das Leben eines Pferdes ... über das Leben im Allgemeinen. Sowohl das Pferd als auch wir haben nämlich nur eines davon - es ist kostbar.

So schnell zieht es vorbei, so schnell vergehen wichtige Momente, vergehen Chancen, Begegnungen, Gefühle ... was für ein Leben führt ein Pferd? Wie sehr ist es uns ausgeliefert und möchte doch als vollwertiges Wesen geachtet werden?

Und wie schnell übernehmen wir Selbstverständlichkeiten, wie zum Beispiel ein Pferd in einer Reitschule zu benutzen, und glauben, wir lernen, eine Beziehung zu einem Pferd aufzubauen? Aber in welcher Reitstunde ist dies denn überhaupt im Fokus? Geht es meistens nicht doch mehr um die korrekte Ausführung von Übungen - Gehorsam des Pferdes dem Reiter gegenüber, der wiederum den Anweisungen des Reitlehrers bzw. Ausbilders folgt. Nur um keine Fehler zu machen oder weil wir ja "das Beste" für das Pferd wollen?

Ja, es wurde schon häufig gesagt: bei "Mit Pferden sein ..." geht es um Wahrnehmung und das Verfeinern derselbigen. Nicht um ein Schema oder ein Levelsystem in welches sich Pferd und Mensch einfügen. Hierin liegt für mich das Befreiende an der Philosophie und so gehe auch ich auf meine Pferde zu, jeden Tag ... versuche wahrzunehmen, einen offenen Blick zu behalten, ohne dabei in Perfektionismus zu ersticken.

Der schwierigste Part von "Mit Pferden sein ..." ist immer das Reflektieren von sich selbst: das Eingestehen der eigenen Ängste, der Erwartungen die man an sich und sein Pferd hat, dem Ehrgeiz oder dem bereits schon erwähnten Perfektionismus. Auch, wenn ich immer wieder Erklärungen im Aussen suche, warum dies oder jenes nicht klappt, anstatt mir klarzumachen, dass ich mich meinem eigenen Punkt stellen muss - dass mein Pferd mich ja lieben muss, nur weil ich doch ein so guter Mensch bin zum Beipiel. Doch die Pferde sind gnadenlose Spiegel - dennoch voller Güte und mit der Bereitschaft, uns zu verzeihen. 

Pferde geben uns die Chance, über uns hinauszuwachsen, hinzuschauen, ehrlich zu sein und öffnen sich uns, wenn wir authentisch einfach wir selbst sind. Dazu müssen wir ihnen aber auch mal das Wort lassen und aushalten, was sie uns sagen. Wir können ihre Antworten in ihrer Körpersprache und ihrer Mimik erkennen (lernen) - oft schon habe ich auf diesem Blog schon davon berichtet und viel darüber steht auch in Sabine Birmanns 2. Buch: "Mit Pferden sein - Körper, Sinne, Seele".

Dass jedes Pferd ein ganz individuelles Schicksal erlebt, zeigen wieder die zahlreichen Erfahrungsberichte von Kursteilnehmern im neuen Buch. Auch wird die Entwicklung der Pferde und Menschen auch über einen längeren Zeitraum gezeigt mit vielerlei Fotos (es sind insgesamt ca. 650 Abbildungen).


Ich und Vertigo - Januar 2017

Mit diesen Eindrücken beende ich jetzt diesen Artikel - das Buch könnt ihr auf www.mitpferdensein.de bestellen (Privatpersonen erhalten es bei Bestellungen über die Webseite Portofrei innerhalb Deutschlands) und jetzt ab Februar auch auf Amazon und im normalen Buchhandel.

Danke für's Lesen 
- eure Jaana


Donnerstag, 30. Juni 2016

Es ist Zeit zu reiten ... ein paar Eindrücke von letztem Wochenende

Ja, wie es schon der Titel sagt, fangen wir jetzt mit dem Reiten an. 7 Jahre ist mein wunderschöner Comtoismixhengst nun alt und auch wenn ich noch ein wenig mehr abspecken könnte/sollte/wollte, trägt er mich jetzt. Sabine Birmann war letzte Woche zu Besuch für einen Tag und sie und ihr Sohn Joel haben mir geholfen, meine Ängste zu überwinden und mir und meinem Pferd gezeigt, dass Reiten Spaß macht! Tausendfachen Dank dafür! Hier ein paar Eindrücke!

Bei der ersten Sequenz reitet Joel auf Vertigo. Vertigo hat kein Problem mit dem Reiten, weiß aber noch nicht, dass ein Reiter von oben auch lenken kann. Kurz wird das auf dem Platz geübt indem Joel zu mir hinreitet.
Dann bin ich dran - ich muss erstmal wieder lernen, entspannt und natürlich zu sitzen, darum hält mich Joel. Vertigo ist stolz! 
Bei der nächsten Sequenz geht es dann gleich raus, damit Vertigo das Reiten mit etwas verbindet, das Sinn für ihn macht. Platzreiten finden die meisten Pferde öde - beim Ausreiten können sie aber mal etwas anderes sehen und deswegen macht das Reiten dann wieder Sinn in ihren Augen. Er kaut noch ein wenig gestresst auf dem Gebiss, aber das besserte sich mit der Zeit.

Denicheur darf auch am Boseil mit Marnie mitgehen und es freut mich sehr, wie zufrieden er schaut. Wieder führt mich Joel, damit ich mich erstmal an die Bewegungen gewöhnen kann. Anderntags ist Joel auch bereits einmal draussen auf Vertigo geritten - ganz ohne führen! Ich bin stolz auf mein Pferd! Vertigo ist draussen aber noch sehr aufgeregt!

Mit den anderen Pferden haben wir auch gearbeitet:


Jumper wurde er genannt, dabei ist er so viel mehr! Ein Pferd für einen Krieger - ein Sturmwind - danke, dass ich Dich erkennen durfte°

Er zeigt sein kämpferisches Potential gerne auch bei der Bodenarbeit.

Mit den beiden Stuten Kira und Opale haben wir in den kühlen Abendstunden auch gearbeitet.

Die Tage danach ... :
Sophia reitet auf Angloaraberstute Kira am Boseil. Die Stute ist früher Distanzritte gegangen und in ihr stecken noch viele alte Erfahrungen. Wir würden ihr auf Dauer gerne das Reiten bieten - heute klebt sie jedoch, obwohl ihr Kumpel Jumper dabei ist, an ihrer Freundin Opale.

Noch ein Tag später - Jumper hingegen hat überhaupt kein Problem, auch allein rauszugehen. Sophia ist auch noch Anfängerin und wir tasten uns in kleinen Schritten an das Reiten. Hier geht Jumper auch am Boseil - er wurde sonst immer mit Gebiss oder Hackamore geritten.

Warmblutmixstute Opale hat ein Reittrauma - sie duldete lange Zeit nichteinmal den Versuch, aufzusteigen. Jetzt will sie aber immer öfter mitmachen und bei Sabine Birmanns Besuch war dann die Premiere, wo sie Sophia hat aufsitzen lassen, während ihr Besitzer Hartwig sie zur Sicherheit hält. Beim dritten Mal war es dann gar kein Problem mehr - der nächste Schritt wird sein, ein paar Schritte vorwärts zu gehen.
Und hier noch das Beweisfoto: ja, wir haben weitergemacht und auch ohne Sabine und Joel sind wir wieder eine Ministrecke ausgeritten. Es ist ein wahnsinns Gefühl, mein Pferd nach all den Jahren zu reiten!
Weitere Beiträge zu diesem Wochenende werden noch folgen! Es gibt viel zu erzählen ...

Danke für's Lesen!
Eure Jaana