Donnerstag, 23. April 2015

Kaltbluthengst Vertigo - 2010-2015

 Gestern war der 6. Geburtstag meines Comtoismixhengstes Vertigo. Vor kurzem hat jemand ein altes Foto von ihm ausgegraben auf Facebook, von dem Tag vor 5 Jahren, wo ich hingefahren bin um ihn mir anzuschauen und ich mich vor einem Jährling wiederfand, der zwar interessiert war, aber sich keineswegs anfassen lies - man konnte ihm nur ein Stück Brot geben. Ich empfand nicht viel, als ich dieses alte Foto wiedersah, denn ich hatte es ja schon so oft gesehen - aber es stimmt: wer hätte gedacht, dass dieser kleine Kerl einst so eine innere wie äussere Schönheit entwickelt (Sabine hatte ja so eine Ahnung gehabt ...) Ein Geschenk, welches mir auch heute den Atem raubt, wenn ich bei ihm bin. Ich habe ein Album erstellt wo ein Foto aus jedem seiner Lebensjahre sehen kann. Ich habe Fotos gewählt, die alle im April gemacht wurden, damit den genauen Vergleich hat. Geht schnell auf Facebook und schaut es euch an! (Nein, ihr müsst keinen Facebook-Account haben um es zu sehen!)

Vertigo 2010 auf der Weide des Züchters mit 12 Monaten
Vertigo heute - 2015 - 6jährig

Donnerstag, 29. Januar 2015

Powerful Vertigo! Neuer YouTubeclip und Facebook!

Anlässlich meiner neuen französischen Facebook-Seite habe ich nach langen Jahren wieder einen Clip von mir veröffentlicht. Diesmal sieht man etwas mehr von meiner Arbeit mit meinem Kaltblutmix Vertigo, der im April 6 Jahre alt wird. So viel hat sich in den Jahren getan, seitdem ich anfing, hier zu schreiben, selbst YouTube-Videos zu machen und begann mich mit der "Mit Pferden sein"-Philosophie weiterzuentwickeln. Ein paar der Früchte sieht man finde ich in diesem kleinen, spontanen Clip. Meine Beziehung zu diesem wundervollen Pferd erreicht immer neue Bereiche, die ich früher für unmöglich gehalten hätte. Danke!

 

Alle, die mich auf YouTube bereits unter dem Namen "jaanalohff" abonniert haben, werden gesehen haben, dass ich dort jetzt auf einen neuen Kanal verweise "Jaana et les chevaux" der eng mit dem neuen französischen Blog verknüpft ist. Die Videobeschreibungen werden aber dort immer auch auf Englisch und Deutsch sein. Geplant sind demnächst kleine Porträts meiner Pferde. Schaut also im neuen Kanal vorbei und abonniert euch um nichts zu verpassen!

Liebste Grüße
Jaana

Mittwoch, 21. Januar 2015

Was bringt das Jahr 2015?

Ich komme derzeit nur wenig zum Schreiben hier, jetzt möchte ich aber einmal kurz Jumper vorstellen, der in den nächsten Wochen bei mir im Stall einziehen wird. Seine Besitzerin hat mit ihm auf den ersten Kursen mit Sabine und Dan in Frankreich teilgenommen und Vertigo stand auch einige Zeit mit ihm zusammen. Leider hat sie keine Zeit für ihn, sie wohnt ca. 100km entfernt und studiert, und sie hat auch Angst vor ihm, da sie zu Zeiten, da sie Turniere mit ihm ritt einen schweren Reitunfall hatte. So vegetierte dieses überaus intelligente und unternehmungslustige Pferd nun einige Jahre auf der Koppel vor sich hin. Er hat viel erlebt (auch in Sabines 2. Buch ist er im Kapitel über traumatisierte Pferde) und galt lange Zeit als gefährlich, sollte er doch ein Springpferd werden, was überhaupt nicht seinem Wesen entsprach. Doch trotz allem liebt er seine Besitzerin und sie liebt ihn. Obwohl sie nach dem Unfall Angst vor ihm hatte, hat sie ihn behalten und nie auf Anraten verkauft oder noch schlimmeres entschieden, doch im letzten Jahr kontaktierte sie mich, ob ich ihn übernehmen würde. Sie wollte, dass er jemanden hat, der auch einmal etwas mit ihm macht und der in seinem Sinne handelt. Käme er wieder in konventionelle Hände, würde er vermutlich wieder gefährlich: er attackierte früher Kinder, Reitlehrer ... somit kam für sie nur jemand in Betracht, der nach "Mit Pferden sein" arbeitet. Sie wollte aber auch gern nicht ganz den Kontakt zu ihm verlieren und ihn nach Deutschland weggeben. Ihre Nachricht erreichte mich in der Woche nachdem meine Mutter plötzlich verstorben war. Ich ging in mich - war ich doch mit so vielen emotionalen Dingen gleichzeitig beschäftigt - aber ich wusste, ich würde ihn aufnehmen, denn ich liebte dieses Pferd schon immer. Heute bin ich nocheinmal zu seiner Weide gefahren und bin mit ihm ein klein wenig spazieren gegangen. Es war sehr berührend, sowohl seine Freude über die Abwechslung, als auch seine Trauer und Skepsis zu erleben, sowie eine Resignation in dem Zusammensein mit dem Menschen. Die Minuten verstrichen und seine Stimmung besserte sich, dabei entstand unter anderem das Foto. Ich weiß nicht, wohin es mich mit diesem Pferd verschlägt, ob er bei mir seine Jahre verbringen wird oder nocheinmal eine andere Liebe für's Leben finden wird, aber jetzt kommt er ersteinmal zu mir. Er ist ein Camargue-Araber-Mix und wird 18 Jahre alt dieses Jahr. Ich werde zum Reiten zu schwer sein ... mal sehen wie sich alles entwickelt. Nebenher bin ich dabei 30 kg abzunehmen. Ich lernte in 2014: das Leben ist unvorhersehbar und es bringt nichts, Dinge zu bewerten, von denen man nie oder erst nach langer Zeit begreift, wozu sie eigentlich gut sind. Eines Tages ist das Leben auch vorbei - alles was wir tun können, ist im Jetzt zu sein und das anzunehmen, was uns gegenübersteht. Heute war es dieses wundervolle Pferd und ich danke ihm dafür. Ich wünsche allen ein frohes Jahr 2015!

Freitag, 4. Juli 2014

Mit Pferden kommunizieren ...



"Denken können wie ein Pferd" - dieser Satz geht mir immer wieder durch den Kopf, wenn ich aktuelle Beiträge lese und dann wieder schaue, was mir mein Pferd im Alltag spiegelt. Dieser Text brannte mir unter den Fingern und ich dachte, ich setze ihn mal auf.
Wenn mir meine Pferde immer wieder etwas sagen, gerade jetzt in der letzten Zeit, dann ist es, dass ich aus meiner Verkopftheit und Emotionalität rausmuss, wenn ich mit ihnen etwas machen will oder auch nur im Alltag etwas von ihnen will.
Ich habe ja 3 Hengste um die ich mich täglich kümmere und die sind da glasklar und kompromisslos. Aber selbst Denicheur wendet sich ab, wenn ich mir zu viele Gedanken mache, zu viel krampfhaft versuche zu spüren - davon habe ich ja in Ansätzen schon Anfang des Jahres mal geschrieben. Vertigo ist richtig angepisst, wenn ich mal wieder Runde um Runde versuche "wahrzunehmen" und aber statt wirklich "da" zu sein, mich mit Psychogedanken trage wie: "Och, wie geht es Dir denn? Belastet Dich irgendwas? Willst Du mir irgendwas mitteilen?” - Das sind jetzt nur Beispiele, meistens reicht auch nur ein Ansatz von so einem Gedanken und die Verbindung ist weg.
Ich weiß, dass meine Pferde mit mir fühlen, wenn es mir schlecht geht, dass sie mir helfen können, wenn mich unterschwellig etwas bewegt, es rauszulassen. Ich weiß, dass sie mir im Gegenzug sagen, wenn ihnen etwas nicht passt oder sie etwas bedrückt. Und das tun sie, wenn ich in Betroffenheitslaune zu ihnen gehe und über die Welt lamentiere (innerlich), sie - wegen dem Wetter oder was auch immer - bemitleide. Dann gehen sie weg oder ziehen zumindest genervt die Nüstern hoch.
Wenn ich aber da bin und mich einfach freue sie zu sehen, den Moment genieße, dann gehen auf einmal die Ohren vor und ein erwartungsvoller Blick leuchtet aus ihren Augen (nicht mehr nur zur Leckerlietasche hin). In dem Moment scheine ich jemand zu sein, mit dem es Spaß macht etwas zu unternehmen.
Egal wie öde die Bodenarbeit, sagte ich mir letztens innerlich, oder die "kleinen negativen Einflüsse von Aussen": Die Lebensfreude kommt von Innen!!! Ich lasse meine Gedanken jetzt einfach mal beiseite ...

Und dann begann mein Pferd zu schweben ...
Es war als würde es sagen: endlich bist Du da und wir können anfangen!

Schwebendes Pferd ... Vertigo - 5 Jahre alt

 Ich beziehe mich mit diesem Text auch auf Texte die ich immer mal wieder bezüglich Tierkommunikation lese, die "angewandt" wird ob es nun um Bodenarbeit oder aber auch Hufeisen, Haltung usw. geht.
Ich habe Hochachtung vor Leuten, die Tierkommunikation machen oder sie lernen. Aber muss jeder von uns ein Dauerseelsorger für sein Pferd sein? Bei mir zumindest führt so ein Denken im Alltag immer wieder dazu, dass ich mich auf das Pferd fixiere - und das kennen wir ja: daraus wir Besetzen und Druck (siehe Sabines Text von vorgestern). Die Leichtigkeit ist weg. Die erlange ich erst wieder, wenn ich zugebe, auch nicht allwissend zu sein und das Pferd eben Pferd sein lassen kann.

Können wir denken wie ein Pferd?
Können wir jemals sicher sein, dass wir nicht nur “versuchen uns vorzustellen wie es wäre, wenn wir an seiner Stelle wären”?

Verlieren wir damit nicht auch ein Stück Offenheit für die Dinge, die wir eben noch nicht wissen? Die wir vielleicht erfahren, ohne danach gefragt zu haben, eben weil wir unseren Blick öffnen?
Sind wir nicht, in unseren Gedanken und unserer Wortwahl so geprägt von dem was wir kennen, so sehr eingefärbt von unserer ganz persönlichen Meinung was gut oder was schlecht ist, dass wir uns klar sein müssen, dass es sein kann, dass unser Pferd die Dinge vielleicht ganz anders wahrnimmt oder ein ganz eigenes Wertesystem hat? So sehe ich auch die Tierkommunikation als etwas, das man richtig gut können muss um so klare Sachen sagen zu können wie: “Dieses Pferd mag nur dies oder jenes”.
Ich finde es für mich derzeit hilfreicher, wenn Sabine Birmann immer wieder predigt, man solle sich nicht so auf sein Pferd fixieren - meine Pferde danken es ihr, bzw. ich, denn meine Pferde sind sonst absolut gnadenlos in dem was sie spiegeln.
Soweit: Alles Liebe,
Jaana Aus Frankreich

Samstag, 21. Juni 2014

Nicht festhalten ... Momente kommen und gehen

Mir geht es mal wieder so, dass ich hauptsächlich lese und selten Lust habe, etwas zu schreiben oder zu posten. Das ist eigentlich schade, denn es schreiben so viele tolle Leute von so tollen Erlebnissen. Dadurch aber, dass es einen so gewaltigen Input gibt, versuche ich, wenn ich schon bei den Pferden bin, bei _mir_ zu bleiben, einfach zu sein. Nichts festzuhalten - zu akzeptieren, wie der Moment eben ist - ob er gerade schön ist, ob ich gerade schlapp bin, genervt, mein Pferd genervt ist usw.

Das Nicht-Festhalten ist für mich auch wichtig derzeit. Momente kommen und gehen und ich versuche im Jetzt zu bleiben. Nicht daran zu denken, was vor 5 Stunden bei meinem Pferd war, sondern mehr in dem Moment, wo ich bei ihm bin zu 100 % da zu sein - den Moment wahrzunehmen. Auch wahrzunehmen, wenn ich _nicht_ ganz "da" bin und mir das einzugestehen.

Das ist für mich auch nochmal etwas anderes als das Loslassen und doch läuft es letztlich auf das Gleiche hinaus. Es ist wie ein "in die Stille gehen", einmal sich nicht in den Gedanken zu verlieren, sondern spüren, wie der Gedankenapparat sich "leerläuft", so dass nur noch die Sinneswahrnehmungen übrig bleiben ...

Dass dieser Zustand im Fliessen-lassen mit der Pferdearbeit möglich ist (ohne zu einer Salzsäule zu werden) habe ich dieses Jahr auf dem Kurs bei mir in Frankreich sowohl bei den Trockenübungen als auch dann in der Arbeit mit meinem Pferd erfahren dürfen, ohne darauf gefasst gewesen zu sein.

In anderen Momenten sprudeln dann wieder Gedanken und Emotionen über und die kann ich super in Energie verwandeln. Ich versuche dann wahrzunehmen, was es denn für Gefühle sind, wie es sich anfühlt, wenn ich diese freilasse und wie mein Pferd darauf reagiert ...

Dieses Fühlen ist so echt und tief, dass ich kaum mehr etwas anderes brauche. Ich, die immer alles hat fotografieren lassen, will im Moment oft gar nichts festhalten sondern sich nur auf die neue Begegnung mit dem Pferd freuen - wie auch immer sich die gestaltet. Ob ich nach 2 Runden merke, dass ich total drücke, total verkopft bin oder eigentlich unterschwellig noch etwas mitschleppe oder ob ich eigentlich doch nur Energie übrig habe bzw. die von meinem Pferd aufnehme.

Und so könnte man sagen, ich gehe meistens zuerst mit mir selbst in Kommunikation, spüre, wer und wo ich bin - und dann fängt auf einmal mein Pferd mit mir zu sprechen an.

Die Erfahrungen vom Kurs haben mich tief bewegt. Ich bin gespannt, wie es beim nächsten weitergeht. Ganz toll finde ich dazu auch das Nachwort von Sabines erstem Buch (für die die es noch haben).

Oft geht es um Ebenen, die mit Worten nicht beschreibbar sind und deswegen müssen wir ein Gefühl dafür entwickeln. ZB unser Bauchgefühl wieder erkennen lernen und es von reinen Konditionierungen oder Ängsten unterscheiden.


Erinnerungen an den schönen Kurs ...

Mein Prachtpferd: Kaltblutmix-Hengst Vertigo ist im April zum Kurs 5 Jahre alt geworden und lieferte eine beeindruckende Show: